Mauer - eine lebenswerte Gemeinde (Talsohle 134 m über NN, Berghügel 238 m über NN)
Die Gegend von Mauer war schon früh bei Menschen sehr beliebt. Dies erklärt sich darin, dass hier schon vor 600.000 Jahren der Homo heidelbergensis lebte, dessen weltberühmter urmenschlicher Unterkiefer am 21.10.1907 auf Mauers Gemarkung gefunden wurde. Später fühlten sich auch Kelten, Römer und Germanen wohl. Aber erst von den Franken ist eine dauernde Besiedlung belegbar. 1048, vor über 950 Jahren, bestätigte Heinrich II. dem Domkapitel von Basel seinen Besitz "Muron" (Mauer). Da aber in Reilsheim, Meckesheim, Zuzenhausen und Hoffenheim schon um 770 Nachweise durch den Lorscher Kodex vorliegen, ist sicher anzunehmen, dass es zu dieser Zeit auch schon Ansiedlungen im heutigen Mauer gab.
Die Bedeutung des Namens Mauer ist ungewiss und unerforscht geblieben. Drei Versionen kursieren hier: Am wahrscheinlichsten dürfte wohl sein, dass der Ortsname auf die Herren von Muren zurückgeht, die als Wappen eine Mauer hatten. Aus Aufzeichnungen eines alten Zinsbuches aus dem Jahre 1200 geht hervor, dass im Dorf auch eine Burg existiert haben muss, die "Veste Mure" oder "Muren" genannt wurde. Namen einiger Gewanne in Mauer wie "Burgäcker" und "Schlossäcker" lassen zudem darauf schließen, dass die Burg nicht auf einem Berg gestanden hat. Ergiebiger ist die Geschichte von Mauer, wenn es um die Römerzeit geht: Die Römer bauten von ihren Kastellen vom Main zur Donau den "Limes", eine Hochstraße, auf der sie ihre Truppen heranführten. Vier derartige Straßen durchzogen unseren Raum.
Die interessanteste Entwicklung zur Wohngemeinde erfolgte nach 1945. Mittlerweile leben ca. 3.900 Einwohner auf einer Gemarkungsfläche von 630 ha. Durch die zentrale Lage von Mauer sind die Städte Heidelberg und Sinsheim über die B 45 und Wiesloch über die L 547 zu erreichen. Außerdem bestehen gute ÖPNV-Verbindungen auf der Bahnlinie Heidelberg und Sinsheim-Heilbronn. Ein reges Vereinsleben im sportlichen und kulturellen Bereich mit zahlreichen Veranstaltungen wird unterstützt durch Einrichtungen der Gemeinde: wie z.B. die Grund- und Haupt- mit Werkrealschule, die neu sanierte und vielseitig verwendbare Sport- und Kulturhalle, Kleinhallenbad und Sportanlagen sowie Freizeitanlagen und zahlreiche Wander- und Radwege. Das ständig steigende Verkehrsaufkommen hat die innerörtliche Entwicklung der Gemeinde allerdings in den vergangenen Jahren sehr stark belastet und behindert. Jahrelange Bemühungen haben sich gelohnt, denn mit der Fertigstellung der B 45 Umgehungsstraße im Jahre 1998 wurde der Ortskern vom belastenden Durchgangsverkehr befreit. Die im Jahr 2007 abgeschlossene Dorfsanierung hat die Attraktivität und den Wohnwert der Gemeinde enorm gesteigert.
Im Rahmen der Dorfsanierung wurden sämtliche Straßen, Wege und Plätze neu gestalltet und hergerichtet. Sowohl öffentliche als private Gebäude konnten saniert werden. Im Urgeschichtlichen Museum, das sich im Rathaus der Gemeinde befindet, können seit Oktober 1982 zahlreiche fossile Nachweise von Tieren, die einst unter tropischem Klima am Ur-Neckar bei Mauer lebten, besichtigt werden (z.B. Waldelefanten, Rhinozeros, Säbelzahntiger u.a. mehr). Die aus--gestellten Stücke sind Originalfunde aus der ehemaligen Sandgrube Grafenrain. Eine Altmenschenvitrine ist mit Original-Kopien des Urmensch-Unterkiefers und aus der Verwandtschaft des Homo heidelbergensis bestückt. Das Ur-geschichtliche Museum ist während der Dienstzeiten des Rathauses zu besichtigen. Näheres hierzu ist über die Gemeinde Mauer, Tel.-Nr. (06226) 9220-0 zu erfahren. Im aus Anlass der 90jährigen Fundwiederkehr 1997 herausgegebenen Buch "Homo heidelbergensis von Mauer - das Auftreten des Menschen in Europa" sowie in einem aktuellen Sonderdruck sind die neuesten Erkenntnisse über den bedeutenden Fund zu erfahren.
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