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Zwischenbericht zur Sanierung
Mauer
Sanierung „Ortskern“
Stand: 31.12.2008
- Projektleiter:
- Paul Keßler
- Vertrag vom:
- 02./12.07.1999,
- Sanierungsberatervertrag
- Nachtrag vom 08.10.1999/20.01.2000
- Programm
- Landessanierungsprogramm seit 1999
- Förmliche Festlegung:
- Rechtswirkung vom 16.07.1999, geändert am 20.04.2001
- Förderrahmen:
- 5.625.673,00 Euro
- Davon in Anspruch genommen:
- 5.271.732,46 Euro
- Restbetrag
- ca. 353.940,54 Euro
- Geschätzte Restlaufzeit:
- 1 Jahr (der letztmalig verlängerte Bewilligungszeitraum endet am 31.12.2009)
- Allgemeines
Das Sanierungsgebiet „Ortskern“ in Mauer erstreckt sich entlang beiderseits der den Ort kreuzförmig durchziehenden Straßenzüge Heidelberger Straße / Sinsheimer Straße und Bahnhofstraße / Waldstraße und bezieht einen wesentlichen Teil der dörflich gewachsenen historischen Struktur ein. Die landwirtschaftliche Prägung von Mauer tritt noch deutlich zutage. Die städtebaulichen Mißstände sind zum Teil durch die nicht mehr genutzten landwirtschaftlichen Gehöfte bedingt, überwiegend aber durch die Tatsache der ursprünglich den Ort durchschneidenden Bundesstraße 45 und Landesstraße 547. Mit der Fertigstellung der Umgehungsstraße waren die Voraussetzungen für eine wirksame Aufwertung und Neuorientierung des Ortskerns geschaffen. Solange der Verkehr über die beiden genannten klassifizierten Straßen mit einem überaus hohen Aufkommen durch den Ortskern floß, war an Wohnumfeldqualität nicht zu denken. Die Dringlichkeit, die städtebaulichen Erneuerungsmaßnahmen nach Fertigstellung der Umgehung unverzüglich anzugehen, wurde auch im Wirtschaftsministerium erkannt; die Aufnahme in das Programm gelang im ersten Anlauf, zunächst mit einem Finanzrahmen von 6,0 Mio. DM und einer Finanzhilfe von 60 % (3,6 Mio. DM). Mit den im Jahr 1998 erstellten Vorbereitenden Untersuchungen konnte sehr eindrucksvoll belegt werden, welche dringliche Notwendigkeit einerseits herrschte, aber auch welche weitreichenden Chancen in der städtebaulichen Erneuerung steckten und wie hoch die Mitwirkungsbereitschaft war. Dennoch war zu diesem Zeitpunkt niemandem bewußt, welche positiver Veränderung die Gemeinde Mauer in nur einem knappen Jahrzehnt erfahren sollte.
Zum Zeitpunkt der Programmaufnahme wurden folgende Sanierungsziele definiert:
- Neugestaltung der Straßenräume nach Rückbau der ehemaligen B 45 / L 547, verkehrsberuhigende Maßnahmen
- Neugestaltung und Wohnumfeldaufwertung im Bereich der Orts- und Wohnstraße
- Schaffung einer Ortsmitte durch Gestaltung des Platzes im Kreuzungsbereich Heidelberger Straße / Bahnhofstraße
- Aufwertung bestehender Fußwegeverbindungen
- Rückführung brachliegender Flächen und Gebäude zu einer neuen Nutzung
- Modernisierung und Instandsetzung vorhandener Gebäude unter Berücksichtigung ortsbildprägender Formen; gestalterische Maßnahmen an untypischen Gebäuden
- Bereitstellung von Parkierungsflächen
- Ausbau der sozialen Infrastruktur, Schaffung von Gemeinbedarfseinrichtungen
- Durchgrünung privater und öffentlicher Bereiche
Dieses umfassende Handlungsfeld läßt heute nur noch erahnen, wie schlimm es um die städtebauliche Situation der Gemeinde im Jahr 1998, unmittelbar nach der im Mai dieses Jahres fertig gestellten Umgehungsstraße, bestellt war.
- Sachstand
Um es in einem Satz vorweg zu nehmen: Die Ortskernsanierung von Mauer ist aus heutiger Sicht eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Kaum ein anderer Ort in der Region hat sein Gesicht in so positiver Weise verändert. In allen Bereichen der seinerzeit definierten Ziele kann Vollzug gemeldet werden, wobei nahezu überall die anfänglichen Erwartungen weit übertroffen wurden. Daß von diesem Erfolg im Zusammenhang mit einem zügigen Mittelabfluß auch die zuständigen Behörden überzeugt werden konnten, drückt sich darin aus, daß der Förderrahmen zwischenzeitlich viermal um insgesamt 80 % auf heute 5.625.673,00 Euro erhöht wurde. Gegenüber der anfänglichen Kosten- und Finanzierungsübersicht beruht dies auf folgende wesentlichen Änderungen und Ergänzungen von Maßnahmen:
- Erhöhung bei den Ausgaben für die Umgestaltung von Erschließungsanlagen um ca. 140 %
- Erhöhung bei den Ausgaben für Gemeinbedarfseinrichtungen um ca. 60 %
- Um ca. 400 % höhere Ausgaben für die Bodenordnung
- Um ca. 390 % höhere Ausgaben für den Abbruch von Gebäuden
- Höheres Interesse am privaten Modernisierungsmaßnahmen als ursprünglich eingeschätzt, darunter auch umfassende Maßnahmen als gedacht.
Der Aufwand für die planerische und beratende Tätigkeit hingegen hat sich gegenüber dem ursprünglichen Ansatz nur geringfügig verändert; die größte Veränderung steht im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Verkehrsflächen Für die Verkehrskonzeption wurden ca. 120 % höhere Kosten verausgabt als ursprünglich geplant.
Im wesentlichen sind bisher folgende Einzelmaßnahmen durchgeführt worden:
- 22 private Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen mit einem Fördervolumen von ca. 415.286,72 Euro.
- 8 Gebäudeabbrüche mit Folgemaßnahmen mit einem Fördervolumen von ca. 1.212.000,00 Euro,davon bislang ausbezahlt und mit dem Regierungspräsidium abgerechnet 1.208.513,23 Euro. In diesem Betrag sind auch drei Maßnahmen der Gemeinde enthalten: Trafostation Ortsmitte, Haus Brechklinge 2, Anbau beim Rathaus
- Die Gestaltung von ca. Straßen, Wegen und Plätzen mit einer Gesamtfläche von rund 22.600 m² Fläche einschließlich der Sanierung der Stützmauer in der Weinbergstraße mit einem Fördervolumen in Höhe von 2.348.561,84 Euro, komplett abgerechnet;hierfür wurden nach aktuellem Stand über 40 % der bewilligten Fördermittel ausgegeben.
- Die Modernisierung des Rathauses mit bisher abgerechneten förderfähigen Kosten in Höhe von 78.986,22 (Förderquote 45 %).
- Die Instandsetzung des Eingangsbereichs an der Alten Schule einschließlich Wiederherstellung der Außentreppe mit geförderten Kosten in Höhe von 18.529,04 Euro (Förderquote 58,5 %).
- Die Sanierung und Instandsetzung des Dachgeschosses im MGV-Vereinsheim (dank erheblichen Umfangs an Eigenleistung bei einer Förderquote von 40,5 % - mit 24.210,03 Euro abgerechnet).
- Für den Grunderwerb samt Nebenkosten (Anwesen brechklinge 2) wurden 60.856,52 Euro ausgegeben und abgerechnet, die vorbereitenden Untersuchungen schlugen mit 27.909,12 Eurio zu Buche, die weitere Vorbereitung (Rahmenplan, Verkehrskonzept, städtebauliche Vorentwürfe und Wettbewerbe, Öffentlichkeitsarbeit) kostete 70.345,60 Euro und das Betreuungshonorar des Sanierungsträgers 153.017,13 Euro. Damit liegt das Verhältnis der administrativen zu den investiven Aufwendungen bei günstigen 4,8 % zu 95,2 % wobei zu beachten ist, dass die tatsächlichen Investitionsaufwendungen wegen der Förderquoten bzw. Obergrenzdeckelungen noch höher ist, während die administrativen Kosten jeweils in vollem Umfang gefördert wurden.
- Perspektiven und Anregungen
Die Sanierung im Ortskern Mauer geht sichtbar dem Ende zu. Als letzte in der Durchführung befindliche Maßnahme wird das Anwesen Waldstraße 5 (ehemaliger Gutshof) neu bebaut bzw. modernisiert.In diesem Zuge wird auch eine halböffentliche Fläche hergerichtet und eine fußläufige Verbindung zwischen dem Neubaugebiet oberhalb des Gutshofes und dem Ortskern hergestellt.Sicher konnten nicht alle Wünsche in vollem Umfang erfüllt werden, aber es ist eine Wende in der städtebaulichen Entwicklung eingetreten, die sicher noch lange Zeit positive Nachwirkung entfalten wird. Es gibt darüber hinaus durchaus noch Flächen, denen eine Einbeziehung in weitere städtebauliche Erneuerungsbemühungen gut tun würde; dabei ist insbesondere an den ältesten Teil von Mauer (Bereich Weinbergstraße) und das Hofgut an der Waldstraße gedacht. Mit dem am 12.03.2008 bewilligten weiteren Finanzhilfen wird es gelingen, die bis zum Abschluß der Sanierungsmaßnahme in Jahr 2009 laufenden und noch geplanten Maßnahmen finanziell vollständig abzudecken.
Wenn die Gemeinde sich entschließen sollte, die Sanierung in weiteren Bereichen der Gemeinde fortzuführen, wird sie aufgrund der zügigen Umsetzung der bisher bewilligten Mittel und der vorbildlichen und umfassenden Erneuerung des Ortskerns bei den zuständigen Behörden sicher ein offenes Ohr finden. Mauer hat in Sanierungskreisen im Regierungsbezirk einen hervorragenden Ruf und wird häufig als Gemeinde mit Vorbildfunktion für die ganzheitliche städtebauliche Erneuerung genannt. Dies wundert nicht, wenn man sich vergegenwärtigt, wie der Ortskern von Mauer noch vor wenigen Jahren aussah.
Bei einer weiteren Sanierungsmaßnahme besteht in begrenztem Umfang im übrigen nach Ermessen der Gemeinde die Möglichkeit, einzelne städtebaulich bedeutsame Grundstücke aus dem dann abgelaufenen Gebiet „Ortskern“ erneut einzubeziehen, wenn dies für den Erfolg der gesamtstädtebaulichen Entwicklung der Gemeinde erforderlich ist und für diese Grundstücke bislang noch keine Fördermittel eingesetzt wurden.
Der Gesamterfolg der Sanierungsmaßnahme „Ortskern Mauer“ ist zu einem guten Teil auch auf die hervorragende Zusammenarbeit mit der Verwaltung zurückzuführen. Dies gilt in gleichem Maße für den früheren Hauptamtsleiter Emil Scholl wie auch für seinen Nachfolger, Herrn Klaus Lauer und auch für Herrn Hagen Zuber gleichermaßen wie für seinen Vorgänger, Herrn Uhler sowie auch Herrn Daniel Hartmann, der in letzter Zeit verstärkt eingebunden ist.. Hierfür ein ganz besonderes Dankeschön. Und freilich ist auch nicht zu übersehen, daß Sanierung in Mauer „Chefsache“ ist.










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